Ein umfassendes Bild der Etrusker und ihrer Kunst wird anhand von mehr als 250 originalen etruskischen Fundstücken entworfen, die im späten 19. und frühen 20. Jh. in das Akademische Kunstmuseum Bonn gelangten. Sie wurden eigens für diese Ausstellung restauriert und wissenschaftlich bearbeitet.
Die Ausstellung stellt drei zentrale Aspekte der etruskischen Kultur – Leben, Glauben und Sterben – anhand ausgewählter Exponate dar.
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Im Bereich Leben veranschaulichen Handelswaren die vielfältigen Beziehungen der Etrusker zu anderen antiken Kulturen aus allen Teilen der antiken Welt, von der Ostsee im Norden bis nach Ägypten im Süden, von Spanien im Westen bis nach Kleinasien im Osten.
Die männlichen und weiblichen Lebensbereiche werden unter anderem durch Waffen und Schmuck, aber auch durch Arbeitsgeräte des täglichen Lebens repräsentiert.
Das Gelage ist das archäologisch am besten fassbare Phänomen der etruskischen Kultur. Zahlreiche Bronzegeräte und Tongefäße zeigen anschaulich die Verwendung im Alltag, aber auch die Verwendung bei Totenmahlen oder anderen Festlichkeiten zu Ehren eines Verstorbenen oder der Ahnen.
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Im Bereich Glauben werden ausgewählte Beispiele des etruskischen Götterpantheons vorgestellt. Es handelt sich sowohl um griechisch beeinflusste Gottheiten und Heroen, aber auch um einheimische Dämonen und Mischwesen sowie um mythische Erzählungen.
Zahlreiche Weihgeschenke – figürliche Statuetten, Kopfvotive, anatomische Votive und Geräte – geben einen tiefen Einblick in die etruskische Religiosität und die religiöse Praxis der Etrusker. Der umfangreiche Fund aus einem Quellheiligtum nahe der Stadt Orvieto verdeutlicht den Glauben auch einfacher Bevölkerungsschichten über mehrere Jahrhunderte hinweg.
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Im dritten Bereich wird der Themenschwerpunkt Sterben behandelt. Hier geben die unterschiedlichen Grabbeigaben einen umfassenden Überblick über die Bestattungskultur der Etrusker im Wandel der Zeit von der Villanova-Kultur des 9.-8. Jhs. v. Chr. bis in die Spätzeit des 1. Jhs. v. Chr. Besonderheiten bilden mehrere geschlossene Grabausstattungen und Kanopen, Urnendeckel in Form menschlicher Köpfe.
Die Vorstellungen der Etrusker vom Tod und vom Jenseits zeigen sich in Bildern, die sich ausschließlich im Grabbereich finden. So locken die todbringenden Sirenen, führen Dämonen die Verstorbene ins Jenseits oder verspricht der jugendliche Gott Fufluns ein glückseliges Leben im Jenseits.
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Ein ganz besonderes Erlebnis erwartet die Besucher beim Gang durch den Nachbau der berühmten Tomba François aus Vulci (Italien), der in einem der beiden Seitenflügel des Museums zu begehen sein wird. Dieser dient der Veranschaulichung einer Grabkammer in Originalgröße. Die Fresken im Grab der Familie des Vel Saties gehören zu den herausragenden Beispielen etruskischer Wandmalerei.
Das Grab entstand im fortgeschrittenen 4. Jh. v. Chr. und zeigt Szenen des trojanischen Krieges sowie historische Kämpfe zwischen etruskischen Städten und Rom. Der Grabbesitzer war vermutlich als etruskischer Heerführer in die Auseinandersetzungen gegen das immer stärker werdende Rom verwickelt. Technisch und stilistisch gehören die gut erhaltenen Malereien zu den qualitätvollsten antiken Malereien überhaupt.
Das unterirdische Kammergrab befindet sich noch heute vor Ort, die Malereien wurden jedoch nach der Entdeckung entfernt, befinden sich in Privatbesitz und sind für die Öffentlichkeit unzugänglich. Der Nachbau wurde dem Museum freundlicherweise aus dem Museum Schloss Hohentübingen ausgeliehen.
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